Informationen zur MDK Prüfung von Pflegeeinrichtungen

Die MDK Prüfungen von stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten werden im Auftrag der Landesverbände der sozialen Pflegekassen seit 1995 durchgeführt. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung überprüft die Leistungen und die Qualität der Pflege und schafft so die Grundlage für eine angemessene Versorgung.

Im Zuge des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes (§ 115 Abs. 1a SGB XI) aus dem Herbst 2008 werden die gewonnenen Erkenntnisse der MDK-Prüfung in Form von Noten vereinheitlicht und als sogenannte Transparenzberichte von den Spitzenverbänden der Krankenkassen im Internet veröffentlicht. Diese Vorgehensweise soll in erster Linie mehr Transparenz in der Pflege schaffen aber auch einen Qualitätswettbewerb der Pflegeeinrichtungen ermöglichen.


30.000 Prüfungen in Altenheimen und der ambulanten Pflege erhalten vereinbarte Qualitätsstandards

Seit dem Inkrafttreten des Pflegeweiterentwicklungsgesetzes am 1. Juli 2008 hat der MDK weit über 30.000 Regelprüfungen, Anlassprüfungen und Wiederholungsprüfungen bei den jeweils ca. 12.000 ambulanten Pflegediensten und Pflegeheimen in Deutschland durchgeführt. Laut dem GKV-Spitzenverband wurden im Mai 2011 die letzten der knapp 24.000 Pflegeeinrichtungen nach dem neuen Verfahren vom MDK geprüft und bis Dezember 2011 rund 31.300 Transparenz-Berichte veröffentlicht.

Die in einer Transparenzvereinbarung geschaffenen Kriterien allgemeingültiger Richtlinien von individueller Pflege bilden die Grundlage dieser Prüfungen und schaffen vergleichbare Merkmale für Qualität in der Gesundheits- und Krankenpflege. Dieser allgemein bekannte und verbindliche Prüfkatalog wurde in Einverständnis mit den Pflegekassen und den Pflegediensten vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung  geschaffen und legt seit dem die Grundlage der Kontrollen.

Wissenswertes zur MDK Prüfung

Die §§ 114 ff. SGB XI des Pflegeversicherungsgesetzes verpflichten die Landesverbände der Pflegekassen alle ambulanten Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen einmal pro Jahr einer MDK Prüfung zu unterziehen. Dabei konzentriert sich der Schwerpunkt der Prüfungen sich auf die Pflege- und Ergebnisqualität.

Die Qualitätsprüfungen finden grundsätzlich unangemeldet statt und werden in der Regel durch zwei Mitarbeiter des regionalen Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) durchgeführt, die über pflegefachliche Kompetenz und Kenntnissen in der Qualitätssicherung verfügen. Zusätzlich hat mindestens ein Mitglied des Prüfteams eine Auditorenqualifikation und immer häufiger besitzen sie pflegeorientierte Studienabschlüsse.

Die Prüfer sind je nach Größe der Pflegeeinrichtung zwischen einem und zwei Tagen vor Ort. Insgesamt wird mit Vor- und Nachbereitung mit einem Aufwand von ungefähr fünf Manntagen aufgeteilt auf mehrere Mitarbeiter gerechnet. Eine vollständige Prüfung kostet insgesamt ca. 4500 Euro.

Verschiedene Prüfarten im Überblick

Regelprüfung: Regelmäßige gesetzlich vorgesehene MDK Prüfung. Geprüft werden die in den Qualitätsprüfungsrichtlinien (QPR) definierten Mindestprüfinhalte. Darin enthalten sind die für die Veröffentlichung vereinbarten Transparenzkriterien.

Anlassprüfung: Eine MDK Prüfung aus besonderem Anlass (Beschwerde). Geprüft werden die in der QPR definierten Mindestprüfinhalte einschließlich Transparenzkriterien und nach Möglichkeit wird der Beschwerdegrund und der Beschwerdeführer in die Prüfung einbezogen.

Wiederholungsprüfung: MDK Prüfung, um zu sehen, ob festgestellte Mängel beseitigt wurden. Die personenbezogenen Prüfkriterien werden stets vollständig neu erhoben.

Eine Wiederholungsprüfung kann vorgenommen werden, wenn die Prüfer in einer Regelprüfung oder Anlassprüfung zu dem Ergebnis kommen, dass das die Pflegeeinrichtung weder den gesetzlich vorgegebenen Anforderungen an Pflege- und Servicequalität gerecht wird noch wissenschaftliche Standards in der Pflege beachtet. Hier werden in der Regel die Einrichtung verpflichtet, die Mängel bis zu einem bestimmten Termin zu beheben um sie dann in einer Wiederholungsprüfung zu überprüfen.

Eine andere Möglichkeit einer Wiederholungsprüfung ist der Antrag einer Pflegeeinrichtung selbst, um durchgeführte Verbesserungsmaßnahmen in den Transparenzbericht aufzunehmen und zu veröffentlichen. Damit kann ein möglicher Wettbewerbsnachteil vermieden werden.

Eine Wiederholungsprüfung ist für die Pflegeeinrichtung kostenpflichtig.