Hinweis: Diese Internetseite (www.mdk-pruefung.com) ist inoffiziell und wird nicht durch die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung bzw. auf Betreiben der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) geführt. Sie enthält lediglich durch Dritte erstellte Inhalte und informiert damit über die Qualitätsprüfung durch den MDK, die Richtlinien und gibt Hilfestellungen zum Prüfkatalog und zum Ablauf der Prüfung.

Für offizielle Informationen und Anfragen wenden Sie sich bitte direkt an den » Medizinischen Dienst der Krankenversicherung.

Kriterien für die Bewertung von Altenheimen

Sowohl bei stationären Pflegeeinrichtungen (Pflege- und Altenheime) als auch in der ambulanten Pflegediensten führt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Prüfungen durch. Die Ergebnisse werden in Transparenzberichten festgehalten und seit Juli 2008 auch im Internet veröffentlicht. Innerhalb dieser Berichte werden Pflegenoten in Anlehnung an das Schulnotensystem vergeben, wobei nicht nur einzelne Bereiche Noten erhalten sondern auch eine Gesamtnote aus den einzelnen berechnet wird.

Insgesamt werden 82 Einzelkriterien abgefragt, welche sowohl bewohnerbezogen (Qualitätsbereich 1: Fragen 1 bis 33, Qualitätsbereich 2: Fragen 36 bis 39 und Frage 44) als auch einrichtungsbezogen (Qualitätsbereich 1: Fragen 34 bis 35, Qualitätsbereich 2: Fragen 40 bis 43 und Frage 45 und Qualitätsbereiche 3 und 4: Fragen 46 bis 64) bezogen sind.

Die Benotung wird in die Bereiche Pflege und medizinische Versorgung, Umgang mit demenzkranken Bewohnern, soziale Betreuung und Alltagsgestaltung und Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene unterteilt und von einer Befragung der Bewohner abgeschlossen. Laut Aussagen des MDKs sind die Bewertungskriterien nur vorläufiger Natur und werden überarbeitet sobald wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen wurden: „Derzeit gibt es keine pflegewissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse über valide Indikatoren der Ergebnis- und Lebensqualität der pflegerischen Versorgung in Deutschland […und die Bewertungskriterien werden] zusammen mit der Pflegetransparenzvereinbarung überarbeitet, sobald pflegewissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse über Indikatoren der Ergebnis- und Lebensqualität vorliegen.“

Qualitätsbereich 1: Pflege und medizinische Versorgung

  1. Ist bei Bedarf eine aktive Kommunikation mit dem Arzt nachvollziehbar?
  2. Entspricht die Durchführung der behandlungspflegerischen Maßnahmen den ärztlichen Anordnungen?
  3. Entspricht die Medikamentenversorgung den ärztlichen Anordnungen?
  4. Ist der Umgang mit Medikamenten sachgerecht?
  5. Sind Kompressionsstrümpfe/-verbände sachgerecht angelegt?
  6. Wird das individuelle Dekubitusrisiko erfasst?
  7. Werden erforderliche Dekubitusprophylaxen durchgeführt?
  8. Sind Ort und Zeitpunkt der Entstehung der chronischen Wunde/des Dekubitus nachvollziehbar?
  9. Erfolgt eine differenzierte Dokumentation bei chronischen Wunden oder Dekubitus (aktuell, Verlauf nachvollziehbar, Größe, Lage, Tiefe)?
  10. Basieren die Maßnahmen zur Behandlung der chronischen Wunden oder des Dekubitus auf dem aktuellen Stand des Wissens?
  11. Werden die Nachweise zur Behandlung chronischer Wunden oder des Dekubitus (z.B. Wunddokumentation) ausgewertet und die Maßnahmen ggf. angepasst?
  12. Erhalten Bewohner mit chronischen Schmerzen die verordneten Medikamente?
  13. Werden individuelle Ernährungsressourcen und Risiken erfasst?
  14. Werden erforderliche Maßnahmen bei Einschränkungen der selbständigen Nahrungsversorgung durchgeführt?
  15. Ist der Ernährungszustand angemessen im Rahmen der Einwirkungsmöglichkeiten der Einrichtung?
  16. Werden individuelle Ressourcen und Risiken bei der Flüssigkeitsversorgung erfasst?
  17. Werden erforderliche Maßnahmen bei Einschränkungen der selbständigen Flüssigkeitsversorgung durchgeführt?
  18. Ist die Flüssigkeitsversorgung angemessen im Rahmen der Einwirkungsmöglichkeiten der Einrichtung?
  19. Wird bei Bewohnern mit Ernährungssonden der Geschmackssinn angeregt?
  20. Erfolgt eine systematische Schmerzeinschätzung?
  21. Kooperiert das Pflegeheim bei Schmerzpatienten eng mit dem behandelnden Arzt?
  22. Werden bei Bewohnern mit Inkontinenz bzw. mit Blasenkatheter die individuellen Ressourcen und Risiken erfasst?
  23. Werden bei Bewohnern mit Inkontinenz bzw. mit Blasenkatheter die erforderlichen Maßnahmen durchgeführt?
  24. Wird das individuelle Sturzrisiko erfasst?
  25. Werden Sturzereignisse dokumentiert?
  26. Werden erforderliche Prophylaxen gegen Stürze durchgeführt?
  27. Wird das individuelle Kontrakturrisiko erfasst?
  28. Werden die erforderlichen Kontrakturprophylaxen durchgeführt?
  29. Liegen bei freiheitseinschränkenden Maßnahmen Einwilligungen oder Genehmigungen vor?
  30. Wird die Notwendigkeit der freiheitseinschränkenden Maßnahmen regelmäßig überprüft?
  31. Wird die erforderliche Körperpflege den Bedürfnissen und Gewohnheiten des Bewohners entsprechend durchgeführt?
  32. Wird die erforderliche Mund- und Zahnpflege den Bedürfnissen und Gewohnheiten des Bewohners entsprechend durchgeführt?
  33. Wird die Pflege im Regelfall von denselben Pflegekräften durchgeführt?
  34. Werden die Mitarbeiter/innen regelmäßig in Erster Hilfe und Notfallmaßnahmen geschult?
  35. Existieren schriftliche Verfahrensanweisungen zu Erster Hilfe und Verhalten in Notfällen?

Qualitätsbereich 2: Umgang mit demenzkranken Bewohnern

  1. Wird bei Bewohnern mit Demenz die Biographie des Heimbewohners beachtet und bei der Tagesgestaltung berücksichtigt?
  2. Werden bei Bewohnern mit Demenz Angehörige und Bezugspersonen in die Planung der Pflege einbezogen?
  3. Wird bei Bewohnern mit Demenz die Selbstbestimmung in der Pflegeplanung berücksichtigt?
  4. Wird das Wohlbefinden von Bewohnern mit Demenz im Pflegealltag ermittelt und dokumentiert und werden daraus Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet?
  5. Sind zielgruppengerechte Bewegungs- und Aufenthaltsflächen vorhanden (auch nachts)?
  6. Sind gesicherte Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien vorhanden?
  7. Gibt es identifikationserleichternde Milieugestaltung in Zimmern und Aufenthaltsräumen?
  8. Wird mit individuellen Orientierungshilfen, z.B. Fotos, gearbeitet?
  9. Werden dem Bewohner geeignete Angebote gemacht, z.B. zur Bewegung, Kommunikation oder zur Wahrnehmung?
  10. Gibt es ein bedarfsgerechtes Speisenangebot für Bewohner mit Demenz?

Qualitätsbereich 3: Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung

  1. Werden im Rahmen der sozialen Betreuung Gruppenangebote gemacht?
  2. Werden im Rahmen der sozialen Betreuung Einzelangebote gemacht?
  3. Veranstaltet das Pflegeheim jahreszeitliche Feste?
  4. Gibt es Aktivitäten zur Kontaktaufnahme/Kontaktpflege mit dem örtlichen Gemeinwesen?
  5. Gibt es Maßnahmen zur Kontaktpflege zu den Angehörigen?
  6. Sind die Angebote der sozialen Betreuung auf die Struktur und Bedürfnisse der Bewohner ausgerichtet?
  7. Gibt es Hilfestellungen zur Eingewöhnung in die Pflegeeinrichtung (z.B. Bezugspersonen, Unterstützung bei der Orientierung, Integrationsgespräch nach 6 Wochen)?
  8. Wird die Eingewöhnungsphase systematisch ausgewertet?
  9. Gibt es ein Angebot zur Sterbebegleitung auf der Basis eines Konzeptes?
  10. Verfügt die Pflegeeinrichtung über ein Beschwerdemanagement?

Qualitätsbereich 4: Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene

  1. Ist die Gestaltung der Bewohnerzimmer z.B. mit eigenen Möbeln, persönlichen Gegenständen und Erinnerungsstücken sowie die Entscheidung über ihre Platzierung möglich?
  2. Wirken die Bewohner an der Gestaltung der Gemeinschaftsräume mit?
  3. Ist der Gesamteindruck der Einrichtung im Hinblick auf Sauberkeit und Hygiene gut? (z.B. Optische Sauberkeit, Ordnung, Geruch)
  4. Kann der Zeitpunkt des Essens im Rahmen bestimmter Zeitkorridore frei gewählt werden?
  5. Wird Diätkost, z.B. für Menschen mit Diabetes, angeboten?
  6. Ist die Darbietung von Speisen und Getränken an den individuellen Fähigkeiten der Bewohner orientiert (z.B. wird die Nahrung nur bei tatsächlicher Notwendigkeit klein geschnitten oder als passierte Kost serviert)?
  7. Wird der Speiseplan in gut lesbarer Form bekannt gegeben?
  8. Orientieren die Portionsgrößen sich an den individuellen Wünschen der Bewohner?
  9. Werden Speisen und Getränke in für die Bewohner angenehmen Räumlichkeiten und entspannter Atmosphäre angeboten?

Qualitätsbereich 5: Befragung der Bewohner

  1. Wird mit Ihnen der Zeitpunkt von Pflege- und Betreuungsmaßnahmen abgestimmt?
  2. Entscheiden Sie, ob Ihre Zimmertür offen oder geschlossen gehalten wird?
  3. Werden Sie von den Mitarbeitern motiviert, sich teilweise oder ganz selber zu waschen?
  4. Sorgen die Mitarbeiter dafür, dass Ihnen z.B. beim Waschen außer der Pflegekraft niemand zusehen kann?
  5. Hat sich für Sie etwas zum Positiven geändert, wenn Sie sich beschwert haben?
  6. Entspricht die Hausreinigung Ihren Erwartungen?
  7. Können Sie beim Mittagessen zwischen verschiedenen Gerichten auswählen?
  8. Sind die Mitarbeiter höflich und freundlich?
  9. Nehmen sich die Pflegenden ausreichend Zeit für Sie?
  10. Fragen die Mitarbeiter der Pflegeeinrichtung Sie, welche Kleidung Sie anziehen möchten?
  11. Schmeckt Ihnen das Essen i. d. R.?
  12. Sind Sie mit den Essenszeiten zufrieden?
  13. Bekommen Sie Ihrer Meinung nach jederzeit ausreichend zuzahlungsfrei zu trinken angeboten?
  14. Entsprechen die sozialen und kulturellen Angebote Ihren Interessen?
  15. Wird Ihnen die Teilnahme an Beschäftigungsangeboten ermöglicht?
  16. Werden Ihnen Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien angeboten?
  17. Können Sie jederzeit Besuch empfangen?
  18. Erhalten Sie die zum Waschen abgegebene Wäsche zeitnah, vollständig und in einwandfreiem Zustand aus der Wäscherei zurück?